Bürgerinitiative

Nachdem 2011 ein Antrag auf Verlegung von Stolpersteinen im Kempener Stadtgebiet vom Rat der Stadt Kempen mehrheitlich abgelehnt worden war, formierte sich eine Bürgerinitiative mit dem Ziel einer erneuten Antragsstellung zu einem späteren Zeitpunkt. Ausgehend von der Schulpflegschaft des Gymnasiums Thomaeum und der Religionsfachschaft des Rhein-Maas-Berufkollegs förderte die Initiative zunächst das Interesse an dem Projekt Stolpersteine bei den Schülerinnen und Schülern dieser beiden Schulen und später auch an den übrigen weiterführenden Schulen Kempens. Motiviert durch den Erfolg einer Schüler-AG des benachbarten Tönisvorster Michael-Ende-Gymnasiums, die sich gemeinsam mit einer Bürgerinitiative für die Verlegung von Stolpersteinen in Vorst eingesetzt hatte, entwickelte auch die Kempener Initiative Projekt Stolpersteine in Kooperation mit einigen weiterführenden Schulen diverse Projekte zur Auseinandersetzung mit dem Thema „Opfer des Nationalsozialismus´ in Kempen“. So recherchierten Schüler im Kreisarchiv , unternahmen geführte Rundgänge durch die Altstadt zu den Häusern ehemals jüdischer Bürger, vertieften die Thematik in Projektkursen und unterstützten die Initiative bei Info-Veranstaltungen in der Fußgängerzone, um so auch die übrige Bürgerschaft Kempens von der Bedeutung des Projekts Stolpersteine zu überzeugen.

Im August 2014 überreichten Mitglieder der Bürgerinitiative und zahlreiche Schülerinnen und Schüler Kempens vor dem Kempener Rathaus Herrn Bürgermeister Rübo den neuerlichen Antrag auf Verlegung von Stolpersteinen im Kempener Stadtgebiet. Dem Antrag hinzugefügt waren schriftliche, den Antrag unterstützende Voten der Schulleiter vierer weiterführender Schulen Kempens.

Nach diversen Diskussionen in den Fraktionen und Ausschüssen kam es in der Sitzung des Rates der Stadt Kempen am 16.12.2014 zur entscheidenden Abstimmung, in der sich der Rat mit deutlicher Mehrheit für die Verlegung von Stolpersteinen in Kempen aussprach.

Seitdem organisiert die Initiative Projekt Stolpersteine in Kooperation mit den Schulen die Verlegung der Steine, vermittelt Patenschaften für die Stolpersteine, stellt den Kontakt zu Angehörigen der Opfer und zu den jetzigen Hausbesitzern, vor deren Häuser Steine verlegt werden, her und leistet eine intensive Öffentlichkeitsarbeit.