Helene Goldschmidt

Wir erinnern an  Helene Goldschmidt, geb. Lambertz

Geboren:               14.9.1889 in Kempen
Gestorben:            19.12.1942 in Theresienstadt
Opfergruppe:         Jude
Verlegeort:             Alte Schulstr.10
Verlegedatum:       18.12.2017
Patenschaft:          Gilbert und Eva Scheuß

Helene Goldschmidt wurde am 14. September 1869 als siebtes Kind des Kempener Metzgers Abraham Lambertz geboren – in diesem Haus (weist auf das Haus) Schulstraße 9, vor dem wir hier stehen. Sie wurde liebevoll, aber streng erzogen und besuchte die Jüdische Schule, die an der Umstraße neben der in der Pogromnacht gebrandschatzten Synagoge lag. 27 Jahre alt, heiratete sie den Viehhändler Abraham Goldschmidt aus Oedt, den sie bei einem Fest der Synagogengemeinde in Kempen kennen gelernt hatte. Vier Jahre später zogen die Eheleute nach Kempen in das Haus Vorster Straße 2. Hier brachte Helene Goldschmidt, nachdem ihr Sohn Leo in Oedt geboren worden war, noch ihre Töchter Hedwig, die 1925 bei einem Unfall ums Leben kam, und Selma zur Welt. Als ihr Mann wegen finanzieller Probleme das schöne Haus an der Vorster Straße aufgeben musste, zog sie mit ihm und ihrer Familie hierhin, in das Haus Schulstraße 10, das sie nach dem Tode ihrer Mutter Clara im Jahre 1912 geerbt hatte und vor dem jetzt ihr Stolperstein liegt Von hier aus wurden die Eheleute von der Kempener Polizei abgeholt, auf einen Lastwagen gestoßen und auf den Weg in das Konzentrationslager Theresienstadt gebracht. Am 25. Juli 1942 fahren sie mit einem Zug, in den 1013 Menschen gestopft worden sind, vom Schlachthof Düsseldorf-Derendorf ab. Von diesem Transport werden nur 61 Menschen überleben. Helene Goldschmidt gehörte nicht zu ihnen. Sie starb, 73 Jahre alt, am 19. Dezember 1942 an Hunger und Erschöpfung.